Schriftsteller-Tag

Mittwoch, 15. Juli 2015 | |
Damit Ihr mich und meine Schreibe ein wenig besser kennenlernt, habe ich mir überlegt, dass ich diesen tollen Tag mache.
Erstellt wurde er ursprünglich von der lieben Fanny vom Booktubekanal „Scherbenschreiberin
Ich wünsche euch viel Spaß dabei!


1) Was schreibst du? (Geschichten, Gedichte etc.)



Angefangen habe ich mit Gedichten. Hier konnte ich meine Gefühle verdeutlichen (auch, wenn sie nicht besonders toll waren). Meist in emotionalen Tiefen habe ich zum Stift gegriffen und meiner Trauer freien Lauf gelassen.
Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich mehr zu erzählen habe (und meine Reime ein Graus waren). Von da an schreibe ich Bücher. Kurzgeschichten liegen mir nicht - ich habe mich daran versucht. Für mich brauchen Charaktere eine Tiefe, die sie in Kurzgeschichten nur selten erlangen.

2) In welchen Genres/Über welche Themen schreibst du?

Bisher handelten meine Themen von Verlust. In verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichen Genres. Immer wird anders damit umgegangen. Hier kommt es ganz auf die Charaktere an.
Es gibt Dystopien, in denen die Menschen viel verloren haben und trotzdem noch hoffen.
Ich schreibe Jugendbücher, in denen der Protagonist unter dem Erlebten zusammenbricht.
Aber auch, wie bei „Sommernachtswende“ die Geschichte, wie man aus dem Dunkel ins Licht tritt. Aus jedem Negativ ein Positiv macht.

3) Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

Vermutlich müsste ich jetzt mit meinen Schreibkünsten aus der Kindheit prahlen, aber seien wir mal ehrlich... das war mehr gemalt als geschrieben. Titel wie: „Die Geschichte der Liebe“ und „Die Geschichte des Regens“ lassen erahnen, dass sie nicht sehr ausgefeilt waren. Oder emotional. Oder sonst etwas... Aber ich habe es schon immer geliebt mir Geschichten auszudenken. Nur mit dem Aufschreiben haperte es.

Mit ungefähr 12 Jahren habe ich tatsächlich eine Geschichte angefangen (die gar nicht mal so übel war).
Inspiriert hat mich meine damalige Lieblingsreihe „Reiterhof Dreililien“ und es ging um ein ähnliches Thema, nur habe ich Szenen raus gelassen oder geändert, die mir nicht so gefallen haben.
Leider habe ich keine Ahnung wo diese ist und ob es sie überhaupt noch gibt. (Ich mag die Idee immer noch)

Um aber jetzt eine zufriedenstellende Antwort zu geben: Ich habe erst mit 20 Jahren angefangen zu schreiben. Nachdem ich durch „Die Tribute von Panem“ zu einem Büchersuchti wurde. Danach wollte ich auch meine Ideen umsetzen. Ich hatte an einigen Büchern Sachen auszusetzen und dachte „Hey, warum schreibst du es nicht so, wie du es gerne lesen würdest“. Und so kam es, dass ich mit meiner Dystopie begonnen habe.

4) Deine Texte...ein Beispiel?

Sie schiebt die DVD in den Player und setzt sich auf ihr angewinkeltes Bein neben mich auf die Couch.
Ich muss mich beherrschen, nicht den Arm um sie zu legen.
Wo kommt plötzlich dieses Bedürfnis her?
(...)
Die Wärme ihrer Haut verleiht mir innere Ruhe, lässt jedoch gleichzeitig meinen Puls höher schlagen.
In unbeobachteten Momenten schiele ich zu ihr hinüber und sehe sie so lange an, bis sie sich regt, bis sie mich verstohlen anlächelt oder sich anders hinsetzt.
Ihr langes Haar fällt ihr locker über die Schulter, auch wenn sie mit der Hand immer wieder hindurchfährt und es sich am Haaransatz wie eine kleine Wolke aufbäumt, nur um langsam wieder in sich zusammenzufallen. Ich wünschte, es wäre meine Hand, die das seidige Haar spürt, wie es wie Wasser durch die Finger fließt. »Was?« Ich schaue schnell wieder auf den Bildschirm und versuche, nicht daran zu denken, wie gerne ich sie küssen würde. Mein Herz schlägt schneller, als ich aus dem Augenwinkel sehe, wie ihre Hand meiner immer näher rückt, bis ich plötzlich ganz leicht ihre warme Haut an meiner spüre. Wie sie wartet, als bitte sie um Erlaubnis und wie ich meine Finger hebe und sie mit ihren verschränke.
Sie ermöglicht mir einen Blick auf ihre wunderschönen Zähne. Wie kann mir dieses Lächeln nur so vertraut sein? So viele Jahre habe ich es nicht mehr gesehen, aber ich kann mich noch genau daran erinnern, wie gerne ich sie glücklich gemacht hätte, auch wenn ich nie wusste, wie.
Sie hat sich äußerlich so sehr verändert, dass ich sie nicht wiedererkannt habe, dabei hätte ich es doch tun müssen!
Wie konnte ich in ihr nicht Emma sehen?
Ihr Kopf liegt auf meiner Schulter. So intim.
Mein Herzschlag erhöht sich, als ich spüre, wie sie ihn neigt, um mich ansehen zu können. Wie ihr Blick auf meinem Mund ruht. Wie ihr Atem mein Gesicht kitzelt. Wie ihre Lippen meine streifen.

5) Dein Schreibprozess...spontan oder mit Storyline?

Bei meiner Dystopie habe ich einfach drauflos geschrieben. Was sich im Nachhinein als Fehler herausgestellt hat. Ich wusste nicht mehr, welche Merkmale meine Charaktere hatten. Welche Augenfarbe? Wie war nochmal sein Nachname? Aus diesem Grund musste ich die Geschichte immer und immer wieder lesen, bis ich (hoffentlich) alle Logikfehler gefunden habe. Und doch liegt sie noch in der Schublade.
Mit „Sommernachtswende“ und künftigen Projekten habe ich es anders angestellt. Ein Grundkonzept und Charakterkarteien. Jedes kleine Detail schreibe ich hier rein. Wochentage, Ferienzeiten, Alter und Aussehen der Charaktere, sowie Handlungsorte.
Alles, was mir einen Strich durch die Rechnung machen kann oder ich im Nachhinein im Text suchen muss.
Ansonsten habe ich ein Konflikt und ein Ziel. Die Szenen bauen sich von selbst auf und manchmal machen sie mich wahnsinnig, weil sie nicht der Reihe nach geschrieben werden wollen.
(klingt komisch, habe ich früher auch nie geglaubt – ist aber so)

6) Wann und wo schreibst du?

Wann? Wenn ich denn mal Zeit habe. Abends nach der Arbeit oder am Wochenende. Meistens das ganze Wochenende lang, bis ich nichts mehr in dem Buchstabensalat erkennen kann.
Wo? Bisher im Bett/ auf der Couch.
ABER ich habe jetzt ein Schreibtisch und einen (unglaublich bequemen!) Schreibtischstuhl.

7) Wie inspirierst du dich?

Mit Musik.
Musik ist für mich unglaublich wichtig. Ich verbinde meine Geschichten mit bestimmten Liedern und sobald ich diese höre, habe ich wieder Lust daran zu schreiben. Es inspiriert ungemein und hat mich nicht selten aus einer Schreibflaute gerettet.

8) Hast du schon Bücher beendet? Wenn ja, wie viele?

Wie Ihr euch vermutlich denken könnt, habe ich mindestens ein Buch beendet (ansonsten würde es diese Seite vermutlich gar nicht geben ;) ).
Aber in der Schublade warten noch zwei beendete und zwei begonnene Bücher darauf, aufgehübscht zu werden.
Es sind Rohlinge, die den so wichtigen Schliff noch brauchen.
Bei den fertigen Manuskripten handelt es sich um eine Dystopie (die eindeutig mein Baby ist und vermutlich niemals perfekt genug für mich ist) und ein Jugenddrama, welches ich Größtenteils neu schreiben werde.
Die übrigen zwei sind eine weitere Dystopie und ein Companion - Roman zu „Sommernachtswende“

9) Willst du versuchen etwas zu veröffentlichen/Hast du bereits etwas veröffentlicht?
Wenn ja wo, per Selfpublishing, Verlag, etc.?

Am 22.08.2015 erscheint mein erstes Buch „Sommernachtswende“ im Selbstverlag.
Ich veröffentliche mit BoD und hoffe, dass ich nur gute Erfahrungen damit machen werde.
Ein Erfahrungsbericht wird auf jeden Fall folgen!

10) Noch Tipps?

Zeit ist Dein neuer bester Freund und gleichzeitiger Feind.
Du solltest nicht versuchen alles so schnell wie möglich zu schreiben, korrigieren und veröffentlichen.
Um etwas Zufriedenstellendes vorweisen zu können, muss man viel Zeit einplanen.
Hals über Kopf kommt selten etwas Gescheites dabei raus.
Am besten setzt man sich selbst Ziele, die man in einer Woche/ einem Monat schaffen will - das motiviert.
Oder eventuell mit jemandem gemeinsam schreiben. So kann man sich gegenseitig in den A... Po treten.

Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg!

Ich hoffe, Euch hat der Tag gefallen und ich wünsche euch einen wundervollen Tag!

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